Remscheider-General-Anzeiger, Artikel vom: 03.04.2006

"Jokebox": Mädchenherzen schlagen höher

Von Brigitte Woitke

Mit Kerzenlicht rund um die Bühne wurden die Besucher in der Kattwinkelschen Fabrik in romantische und sinnliche Stimmung versetzt. Zahlreiche Balladen erwarteten sie, wie Sänger Ralf Becker versprach.

"Ich habe mich sehr auf diese Auftritte gefreut, da ich genauso wie die anderen Mitglieder der Band Balladen liebe und es nichts Schöneres gibt, als diese Gefühle mit den Zuschauern zu teilen."

Sängerin Andrea Wolter legte mit "Faith" von George Michael los und schaffte es, das Publikum zu fesseln und zu animieren. Diese gleich ausgelassene wie entspannte Atmosphäre herrschte den ganzen Abend. Mit dem kleinen Saal und der Bühne in der Mitte wollte die Gruppe wieder eine intime Atmosphäre schaffen. "Unplugged-Konzerte und eine Bühne in der Mitte haben ihre eigenen Gesetze".

Die Umsetzung ist gelungen; schon im ersten Teil der Abende tobten die Jokebox-Fans. Die Konzerte waren von Vielseitigkeit geprägt. Balladen gewannen die Überhand, allerdings ließen Up-Tempo-Nummern auch nicht lange auf sich warten. Vielseitigkeit und Möglichkeiten der verschiedenen Instrumenten gefielen.

Als die Streicher des Sinfonieorchesters der Musikgemeinde bei "Every little thing he does is magic", gesungen von Jeanne Altfeld, das erste Mal einsetzten, war endgültig klar, weshalb diese Konzerte ausverkauft waren. Jeanne Altfeld traute sich an ihre Interpretation der Metal-Ballade "Nothing Else Matters" von Metallica heran und konnte sich über lang anhaltenden Applaus freuen.

Das jüngste Mitglied von Jokebox präsentierte auch im zweiten Teil eine für sie sehr bedeutende Ballade. Mit "Fields of Gold" von Sting bestand sie vor zwei Wochen die Aufnahmeprüfung für ihr Musikstudium und zeigte in der Katt ihr Stimmvolumen.

Für Sängerin Andrea Wolter war an den Abenden besonders wichtig das Grönemeyer-Lied "Flugzeuge im Bauch" - ein "sehr trauriges Lied", welches "alles andere als glücklich-verliebte Gefühle" vermittelt. Dem Publikum gefiel es. Vermutlich hätte man eine Stecknadel hören fallen können.

Ralf Becker hatte einen großen Auftritt mit "Roll over Beethoven", wo wiederum die Streicher mit in den Vordergrund rückten. "Einmal so begehrt wie Tom Jones, Robbie Williams oder Ronan Keating - das wär's!", legte er eine einmalige Performance zu "Sexbomb" hin, die von Bläsern und mit Hilfe des Saxofon-Solos von Uwe Sköries tatkräftig unterstützt wurde.

Besonders am Herzen lag Becker das Lied "Der Weg" von Herbert Grönemeyer, das er Christian Geisler widmete. Die gefühlsgeladene Ballade und Beckers Nähe zur Stimme Grönemeyers sorgten für andächtige Stille.

Den Abschluss übernahm Andrea Wolters Power-Stimme: "Dies ist das Lied, wo wir die meisten Gitarristen benötigen. Also zum Abschluss: 'Hotel California' von den Eagles!"

Natürlich forderte das Publikum Zugaben. Ralf Becker und Gitarrist Dirk Mies ließen es sich nicht nehmen, auch als männliche Vertreter mal Abbas Hit "Dancing Queen" zu singen. "Beautiful Goodbye" wünschte Jeanne Altfeld dem begeisterten Saal. Dirk Mies machte das Schlusslicht mit der gelungenen Interpretation von Robbie Williams "Angels" und ließ laut Becker "sämtliche Mädchenherzen höher schlagen".

Die Resonanz war für Managerin Conny Windt unglaublich gut, und sie betonte strahlend, dass sie gerne noch mehr Zuschauern den Eintritt ermöglicht hätte. "Doch leider ist kein Platz mehr - der Saal ist ausverkauft".

So konnte sich Jokebox über einen neuen Zuschauer-Rekord freuen. Für die beiden Abende waren über 600 Karten verkauft worden.