WZ, Artikel vom: 26.05.2005

Abräumer auf jedem Stadtfest

Jokebox wollen sich aber in keine Schublade stecken lassen. Handgemachte Rockmusik aus zwei Jahrzehnten haben die Band populär gemacht.

(Red). Jokebox wollen und können nicht in die Schublade Coverband abgeschoben werden. Die Band wehrt sich gegen gängige Raster. Der Ruf, auf Festen abzuräumen, eilt der neunköpfigen Band voraus. Spielend füllen sie die Hallen. Was als Gaudi begann, entwickelte ungeheure Dynamik. 1991 in Remscheid gegründet, ist aus der losen Party Band ein reifes Unternehmen mit hohem Anspruch geworden.

Die Resonanz der Fans beflügelt die neun Musiker und Sänger. "Wir werden als eigenständige Rockband wahrgenommen", freut sich Sänger Ralf Becker. Handgemachte Rockmusik aus den letzten zwei Jahrzehnten haben ihn und seine Mitstreiter im Bergischen Land populär werden lassen. Zugeständnisse an den Zeitgeist gab es nicht. Szene-Trends ignorieren sie. Statt Disco-Gestampfe rocken sie lieber zu Steppenwolfs "Born to be wild", statt Hip-Hop Monotonie lassen sie das Pulikum zu Westernhagens "Sexy" die Kehlen heiser schreien. Bon Jovis "It's my Life", Tina Turners "Simply the best" und Gery Raffertys "Baker Street" bringen sie gekonnt rüber. "Time of my Life" bringt das Flair von Dirty Dancing auf die Bühne. Bei "Walking in Memphis" verwandelt die Band ihr Publikum spielend in einen riesigen Gospel Chor.

Klassiker von Manfred Mann, Bryan Adams, BAP und Fleetwood Mac finden sich ebenso in ihrem riesigen Repertoire wie aktuelle Hits von Anastacia, Faith Hill oder Vanessa Amorosi. Sie intonieren gefühlvolle Balladen von Pur und jagen schweißtreibende Rhythmen von Billy Idol und Lenny Kravitz durch die Boxen. "Beds are burning" von Midnight Oil haben sie drauf, "You can leave your hat on" von Joe Cocker und den Time Warp aus der Rocky Horror Picture Show ebenso. Das Erfolgsgeheimnis gründet sich aus einem Grundsatz: Stets hart amOriginal bewegen, ohne Hits stur abzuspielen. Nicht zuletzt ihre Bühneneinlagen haben Jokebox unverwechselbar gemacht.

Die Band lebt nicht nur von der Vielseitigkeit ihres stimmgewaltigen Frontmanns Ralf Becker. Jeanne Altfeld und Andrea Wolter tragen neben ihren ausdrucksstarken Solos den feinen Satzgesang mit. Eine weitere Trumpfkarte ist die professionelle Handschrift hinter den Gitarren (Dirk Mies und Peter Nica), Bass (Jörg Kröck), Schlagzeug (Jens Mayland), Keyboards (Peter Schlett) und Saxophon (Uwe Sköries), die Klangfülle und Authentizität garantieren. Für den Sound der Band sorgt mit Andreas Wiedenhoff ein Mann am Mischpult, der zu den Großen seiner Zunft gehört. Jokebox spielen am Freitag von 19 bis 23 Uhr auf der Bühne auf dem Geschwister-Scholl-Platz.