Remscheider General-Anzeiger, Artikel vom 28.09.2012

Jenny lässt den Funken überspringen

Andreas Weber

JOKEBOX Coverband findet ihre neue Sängerin in Wermelskirchen. Sie ist quirlig, strahlt Natürlichkeit aus , kann sich auf der Bühne bewegen und hat vor allem eins: eine überzeugende Stimme. Jenny Rizzo lieferte Jokebox alle Argumente, um die Nachfolge von Andrea Wolter anzutreten. Die bergische Coverband hat nach einem eingehenden Casting einen Volltreffer gelandet.


"Ich wollte das Casting nur als Erfahrungswert mitnehmen": Jenny Rizzo (im Hintergrund Ralf Becker) ist neu bei Jokebox. Foto: Hans-Dieter Schmitz
Unter 25 zum Teil hochkarätigen Kandidatinnen, die sich im Proberaum der Band in Leverkusen-Fixheide vorstellten, hatte die 26-jährige Wermelskirchenerin die Nase vorne. Mit Melissa Etheridges "Like the way I do", "Time of my life" aus "Dirty dancing" und Alanis Morissettes "Ironic" schmetterte sich die zierliche Person in die Band.

Dabei hätte sich die im Stahlhandel beschäftigte Industriekauffrau ohne ihre Arbeitskollegin Petra nie beworben. Petra, die den Aufruf im RGA gelesen hatte, musste sie sogar zweimal ermuntern, Jokebox-Managerin Conny Windt anzurufen.

"Ich wollte das Casting nur als Erfahrungswert mitnehmen." Locker ging sie das Abenteuer an, hatte sich noch nicht einmal im stillen Kämmerlein für den Test eingestimmt. "Für mich ist Musik eine Leidenschaft, aber eben auch nur ein Hobby. Ich habe es nie darauf angelegt, dass etwas Großes daraus wird." Kurz vor dem ersten Zusammentreffen mit Jokebox stieg ihr Bammel allerdings.

Mit Vater Paolo war sie nach Leverkusen gefahren und hatte im Wagen immer wieder gestammelt: "Oh Gott, oh Gott. Auf was habe ich mich da eingelassen?" Der Papa beruhigte sie genauso oft: "Hör auf zu jammern." Er wusste: Jenny bringt das Gen für das Rampenlicht mit.

Als Turniertänzerin bei der TSG Leverkusen hat sie lange lateinamerikanischen Paartanz gepflegt. Seit ihrer Kindheit tritt sie mit ihrem Papa als Musik-Duo auf.

Mit dem Casting war nur sie unzufrieden. "Ich war geknickt und war mir sicher, dass ich nicht die Leistung gebracht habe, die ich selber von mir erwarte." Das Thema Jokebox sei für sie durch gewesen, sagt sie. Umso überraschter war Jenny, als am nächsten Abend der Anruf von Conny Windt kam. Eintimmig hatte sich die Band entschieden.

"Für mich ist Musik
Leidenschaft, aber eben auch nur ein Hobby."

Jenny Rizzo (26), Sängerin

"Ich bin mit Musik aufgewachsen", erklärt die Tochter sizilianischer Einwanderer. Geboren und groß geworden ist Jenny Rizzo in Hückeswagen. Mit elf Jahren trat sie erstmals bei einem Familienfest der Firma IKS Klingelnberg mit ihrem Vater auf. Bis heute werden die Rizzos für Messen, Stadtfeste, auf Hochzeiten und Firmenevents gebucht. Beide singen, Paolo Rizzo (50 Jahre) spielt dazu Keyboard.

Pianobar-mäßig beschreibt Jenny ihr Unterhaltungsprogramm, dass die Charts ab den 70er-Jahren pflegt und italienische Größen wie Eros Ramazotti und Gianna Nannini nicht ausspart. "Alles, außer Schlager", betont sie. Privat mag sie Soul und Blues, legt jedoch auch Klassik auf. Für Jokebox wird sie mit ihrem rauchigen Organ auch abrocken.

Beim Hückeswagener Altstadtfest hatte Jenny Rizzo ihre erste Bewährungsprobe mit Jokebox. Zwei Stücke sang sie sich solo die Seele aus dem Leib und verdiente sich als resolute und temperamentvolle Frontfrau den Respekt der Band. "Sie kann den Funken überspringen lassen", lobt Sänger Ralf Becker.

Ihr offizielles Debüt gibt Jenny Rizzo beim Jahresabschlusskonzert der Band am Samstag, 24. November (20 Uhr), bei einem Heimspiel. In der Katt-Fabrik wird Jenny an der Seite ihrer neuen Kollegen vier Stunden lang Vollgas geben. Der Gedanke macht sie schon heute stolz: "Für mich ist es eine Bereicherung, intensiv machen zu können, was ich so sehr liebe."