BM/Rheinische Post, Artikel vom 24.11.2014

Jokebox mit fulminantem Jahresabschluss

Bernd Geisler

Wermelskirchen. Begeisterte Fans feierten ihre Coverband in der Katt. Es war ihr letztes Jahresabschlusskonzert. Dafür startet Jokebox ab 2015 mit einem Frühjahrskonzert in die Saison. Und: Im Herbst gibt es wieder "unplugged" in der Katt.


Eine perfekte Show lieferte Jokebox wieder beim letzten Jahresabschlusskonzert - hier die beiden Frontsängerinnen Steffi Steglich (l.) Und Jeanne Altfeld. FOTO: Jürgen Moll


Um halb elf abends tobt die Katt. Jokebox spielt "Rockin' all over the World" und die große Halle singt mit. Singt? Die Halle ist gerammelt voll, fast 600 Karten gingen bereits im Vorverkauf weg. Die Leute stehen. Sie kreischen, johlen, brüllen, jubilieren - und bewegen sich. Keine Hüfte, die nicht mitschwingt, kein Arm, der schlapp vor sich hin baumelt, kein Fuß, der nicht wippt. Entgegen den Erwartungen der Menschen, die die Ein- und Ausgangstreppe verstopfen, weil es für sie scheinbar keinen Raum mitten in der Halle gibt, ist bei diesem Jahresabschlusskonzert noch genau die Bewegungsfreiheit vorhanden, um mit der Musik richtig mitzugehen und trotzdem der Nachbarin nicht ins Dekolleté zu fallen.

Rund anderthalb Stunden hat die achtköpfige Cover-Band bereits im ersten Set mit 16 Songs alles gegeben und sich danach eine Pause gegönnt. Bereits jetzt schmerzt einigen Besuchern der Rücken, aber zufriedene Gesichter gibt es allerorten. Für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei, den Vogel aber schießen die Rock-Songs ab.

Auf dem fast nur den Queen-Fans bekannten Einführungssong "Innuendo" lieferte Jokebox den ersten Publikums-Knaller mit "Hollywood Hills", ein wenig später folgten "Time Warp", "Johnny B. Goode" und "Jump". Dazwischen reihten sich Stücke zum Ausruhen wie "Wake me up" und "Rather Be". Kurz vor der Pause gab es dann noch mal was auf die Ohren - "Another Brick in the Wall", "Smoke on the Water" und "We love Rock 'n Roll". "Wegen solcher Musik von Bands wie Pink Floyd und Deep Purple sind wir gekommen", sagt Ulrich aus Dreibäumen und seine Frau nickt.

Einziger (vermeintlicher) Wermutstropfen: Die 20-Euro-Verzehrkarte musste bezahlt werden, auch wenn es nur Durst auf zwei Bier gab. Da fürchteten viele das Gedränge nach dem Konzert, um sich den nicht verbrauchten Betrag wieder auszahlen lassen. Wer es probierte, schaffte es allerdings, mit sanftem, zarten Bettelblick für fünf Euro eine teilweise durchgestrichene Verzehrkarte zu erstehen.

Doch jetzt, beim Status-Quo-Hit mit Gitarren- und Bass-Ballett, sind Rücken und Durst vergessen - die Leute singen den Refrain auch ohne Band. Und Sänger Ralf Becker - vorher hat er noch "I'd sell my soul, for you, babe" bei "Rebell Yell" gerufen - genießt diese Huldigung. Weiß er doch, was noch kommen wird. Und da setzt es auch schon ein, das charakteristische Drum-Intro von "We will rock you" und die Leute geraten völlig aus dem Häuschen, als die beiden Gitarristen Peter und Dirk mit Brian Mays weltberühmtem Gitarren-Riff synchron einsetzen.

Dass darauf mit "We are the champions" das Publikum sich selbst im Chor besingt, ist nur allzu logisch. Gleichwohl: Das ist noch nicht das Ende. Die beiden Sängerinnen Jeanne und Steffi - Jenny war wegen Stimmbandprobleme verhindert - legen Ralf einen roten Königsmantel um und setzen ihm eine Krone auf. So ausstaffiert kann Ralf den "König von Deutschland" zunächst ganz ruhig angehen. Er legt Melodie und Leute an die Kette und lässt sie dann urplötzlich von der Leine.

Die Besucher der Katt kommen aus dem Mitsingen nicht mehr raus. Denn jetzt, nach gut vorbereiteter Dramaturgie, bringt die Band mit "Tage wie diese" und "Auf uns" den Höhepunkt erfolgreich zum Abschluss. Die Zugaben, darunter "Highway to Hell", runden das Konzert ab.